StreiflichterIV-4
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Streiflichter IV - In Caldun 4

Ihnen auf dem Fusse, folgte der grosse Block des mittleren und schweren Fussvolks. Wie in der Schlachtreihe, so waren die Derchonten nach den Treffen aufgestellt worden und so marschierten sie im soldatischen Marsch durch die Stadt. Auch hier kamen zuerst die Maenner, die der Kronfeldherr Boashilber aus Nova Helion mitgebracht hatte. Helm und Schild, Leinen- und Lederpanzer zuerst. Dann Kettenhemden und Panzer aus ueberlappenden Metallschuppen. Und zuletzt ganze, geschmiedete Harnische und Beinschienen, aus Eisen. Diese Maenner waren froh gestimmt, sangen mit hellen Stimmen Lieder aus ihrer macheirischen Heimat. Das war nicht verwunderlich, sie waren weder bei der Schlacht von Syros, noch beim Kampf vor Caldun dabeigewesen, lediglich beim kurzen Feldzug in die Ebenen von Soor. Und dort hatten sie keine Verluste erleiden muessen. So waren sie froh gestimmt, fuehlten sich als siegreiche Befreier von Finsternis und Knechtschaft der barbarischen Aeri.

Doch nach diesen kam eine duester anzuschauende Schar. ueber 15 000 Derchonten der Schwarzpanzer, Anians Haustruppen, die er selbst in die Schlachten gefuehrt hatte. Sie sangen nicht. Ihre Blicke waren grimmig, Waffen und Panzer schartig und manch einen zierte ein Verband mehr, als eine vergoldete Schwertscheide oder ein bestickter Mantel. Nach diesen folgten wieder einige Tausendschaften Leichtbewaffneter. Wie die Schwarzpanzer stammten sie aus Antalien. Maenner aus der Mygdoniar und aus der Beriskonia, wo die Karanen ihre Pferde weideten. Gewandte Speerkaempfer vom Ufer des Jong-Sai, aus der Tymphaia und der Adrastea, in dem sich die Krieger Bagundas nun gefahrlos waschen konnten. Harte Schwerttraeger aus der Helopia und von den Ebenen von Soor, die mit Schrecken und Wut im Herzen an die Schaendung ihrer Heimat durch die daimonischen Aeri gedachten. Und nicht weniger grimmige Derchonten aus den Landschaften, die vom Krieg verschont gewesen waren, wie der Aroania, der Teuthrania und des Feldes von Kloros.

Diesen folgten wiederum jeweils drei Muschelhornblaeser und drei Trommler, alle zu Pferd, um das Ende des Zuges anzuzeigen. Und nach ihnen stroemte zuegellos die Menge der Zuschauer, teils der Parade zu folgen, teils um in die Wohnstaetten zurueckzukehren. Doch waren letztere in der Minderzahl.

Nachdem der lange Zug der Krieger den Hafen erreicht hatte und Anian Turcas seinen Platz vor der Empore des Kaiser eingenommen, wurden die Truppen geschickt auf dem Hafenplatz und den umliegenden Strassen aufgestellt. So wie es vorher abgesprochen gewesen war. Nicht alle, aber viele, hatten freien Blick zur Empore, wo der letzte Akt des imposanten Schauspiels stattfinden sollte. Und eine grosse Anzahl der Derchonten konnte die Worte, die dort gesprochen werden sollten, sogar vernehmen. Als alle Krieger ihre Positionen eingenommen hatten, gegenueber der kaiserlichen Empore waren verdiente und ausgezeichnete Schwarzpanzer aufgestellt worden, gleich neben den Feldzeichentraegern, meldeten die Feldherren und Heermeister ihre Truppen dem Vizekoenig.

Als erstes trat ein hagerer Mann, mit einer Nase wie ein antalischer Drachenkautz, vor. "Heermeister Helmond Van meldet die leichtbewaffneten Derchonten Rhespukoes!" rief er mit harter Stimme und legte salutierend die Hand, mit geballter Faust, auf die Brust.

Nun folgte ein dicklicher, untersetzter Mann, dessen handgearbeiteter Harnisch einen gewissen Reichtum vermuten liess. "Heermeister Sibar meldet die Derchonten der drei Schlachttreffen aus Rhespukoe!"

Der naechste Heerfuehrer trug einen roetlichen Harnisch, auch die Kleidung darunter und sein Haupthaar, er trug keinen Helm, war in diesem Farbton gehalten. "Heermeister Bucharon meldet die Leichtbewaffneten der Schwarzpanzer aus Antalien!"

"Heermeister Nerasus Tormain meldet die schwerbewaffneten Derchonten der Schwarzpanzer aus Antalien!" Ein wahrer Huene von einem Mann, fast zu gross fuer seinen Harnisch, meldete die Kerntruppe Anians. Nun wandte sich der ergraute Held Boashilber, in einem versilberten Harnisch, mit einem weissen Umhang auf dem das koenigliche Wappen Senjas gestickt war, seinem jugendlichen Freund zu. "Boashilber von Senja, aus dem koeniglichen Geschlecht der Kaloraniden, Kronfeldherr Antharlans, meldet die Bereitschaft der Reichsheere !"

Anian nickte dem Freund zu und ueber sein ungeruehrt wirkendes Gesicht, flog ein kurzes Laecheln. Nun traten zwei Maenner in Lederharnischen und -helmen auf. Die oberschenkellange Tunika war blau gehalten.

"Vistan de Tilius, Kronadmiral Antharlans und Casan de Valece, Generalkapitaen des Gruenen Meeres, melden die Bereitschaft der Reichsflotte!"

Anian nickte auch ihnen zu und deutete mit einer schnellen Handbewegung an, dass die Maenner ihre vorbestimmten Plaetze einnehmen sollten. Dann richtete er seinen Blick auf die Feldzeichentraeger.

"Mardon Fimbria," rief er mit lauter Stimme, "senke das Reichsbanner von Antharlan." Der Angesprochene trat fuenf Schritte vor und senkte das schwere, rot-blau-gruene Tuch, mit dem goldenen Widderkopf im Zentrum.

"Antigon Ar'Connen, senke das Banner von Antalien." Der Angesprochene, ein treuer Freund des laengst verstorbenen Chaireddin de Valmore, trat vor und senkte die Flagge mit dem schwarzen, halben Delphin auf purpur-gruenem Grund.

"Kallas, Sohn des Sermon, senke das Banner des Vizekoenigs." Der hochgewachsene Sohn eines antalischen Bauern und gluehendster Verehrer Anians senkte dessen persoenliches Feldzeichen, das gruene Banner mit den drei Rossschweifen.

"Xenander Nerites, senke das Banner des Kronfeldherrn von Antharlan." Und die funkenspruehende, goldene Sonne auf rotem Grund wurde gesenkt. Ebenso wie der schwarze Delphin vor der goldenen Sonne auf blauem Grund, das Banner des Kronadmirals, von Delphon von Ikol getragen und der weisse Delphin auf gruenem Grund, Banner des Generalkapitaens des Gruenen Meeres, getragen von Hermodas Galphir. Und es folgten weitere Feldzeichen der Schwarzpanzer und der Derchonten von Rhespukoe. Und dann folgte der Befehl: "Bringt die erbeuteten Feldzeichen und Standarten." Nun schleppten zwei Krieger die in den Schlachten von Syros und Caldun erbeuteten Feldzeichen der Aeri heran und warfen sie vor der Empore des Kaisers in den Staub..

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